Akne behandeln

Bei stärkeren Formen der Akne kann es sein, dass Mitesser und Pickel sich hartnäckig halten und trotz eines konsequenten Pflegeprogramms nicht abheilen. In diesen Fällen sollte man in jedem Fall eine professionelle Behandlung suchen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Akne weiter verschlimmert, unnötig in die Länge zieht und schlimmstenfalls sogar bleibende Schäden (z.B. Akne-Narben) hinterlässt.

Der erste Schritt sollte immer der Besuch beim Hautarzt (auch: Dermatologe) sein. Da Akne eine der häufigsten Hautkrankheiten ist, sind Hautärzte mit dieser bestens vertraut und können gezielt die richtigen Medikamente verschreiben. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Besuch beim Hautarzt kostenfrei ist.

Grundsätzlich sollen mit der Behandlung die folgenden Ziele erreicht werden:

  • Reduktion der (Über-)Produktion von Talg
  • Peeling/ Erneuerung der Haut zur Befreiung der Poren von Verstopfungen
  • Bekämpfung von Entzündungen durch Abtötung von Bakterien

Um die Behandlung besonders effektiv zu gestalten, werden dabei oftmals auch Medikamente kombiniert. So kann z.B. ein Medikament verschrieben werden um Bakterien gezielt abzutöten, während ein anderes Medikament dazu dient, Verstopfungen der Poren zu lösen.

Medikamente können dabei auf zwei Weisen verabreicht werden. Als äußerliche Behandlung, z.B. durch Cremes, oder als ganzheitliche Behandlung, z.B. durch Tabletten.

1. Äußerliche Behandlung

Die äußerliche Behandlung erfolgt in der Regel durch Cremes/ Gels, welche medizinisch wirksame Stoffe enthalten. Sie wird vor allem bei leichteren Formen der Akne angewendet. Häufig werden hier verschiedene Medikamente kombiniert.

Der Vorteil der äußerlichen (auch: topischen) Behandlung ist, dass Medikamente und Wirkstoffe genau auf die Stelle aufgetragen werden können, an denen die Akne vorliegt. Darum spricht man auch von einer örtlichen Behandlung. Der Nachteil ist jedoch, dass stärkere Entzündungen (z.B. tiefe Papeln) nicht immer ausreichend bekämpft werden können, da Cremes und Gels vor allem an der Hautoberfläche wirken und nicht immer tief genug eindringen.

Für die Behandlung der Akne kann der Hautarzt eine Reihe von Medikamenten zur äußerlichen Behandlung verschreiben. Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick über die wichtigsten Medikamente/ Wirkstoffe. Einige dieser Medikamente sind auch ohne Verschreibung in der Apotheke erhältlich.

1.1 Benzoylperoxid

Benzoylperoxid (auch: BPO) ist einer der wohl wirksamsten und am häufigsten verwendeten Wirkstoffe gegen Akne. Er wird typischer Weise in Form von Cremes verabreicht.

Der BPO-Anteil in diesen Cremes kann dabei stark variieren. Milde Cremes enthalten einen Anteil von 3% bis 5%. Besonders starke Cremes können bis zu 10% enthalten. BPO wirkt antibakteriell und hilft dabei, Pickel auszutrocknen. Gleichzeitig reduziert es die Talgproduktion. Durch einen chemischen Peeling-Effekt regt BPO zudem die Erneuerung der Haut an und hilft dabei, Verstopfungen der Poren zu lösen.

Die merkliche Reduktion der Talg-Produktion tritt bei regelmäßiger Anwendung typischerweise nach 1 bis 2 Wochen ein. Nach 4 bis 6 Wochen der Anwendung macht sich eine Verbesserung des Hautbildes, d.h. Rückgang von Pickeln und Mitessern, bemerkbar.

Vorteile Nachteile
BPO ist eines der Medikamente, die alle 3 Ursachen der Akne (Überproduktion von Talg, Verstopfung der Poren und Besiedelung mit Bakterien) wirksam bekämpfen. Benzoylperoxid kann auch zur Dauertherapie, d.h. über einen langen Zeitraum, eingesetzt. Dies ist z.B. ein Vorteil gegenüber Antibiotika. Ein Nachteil von BPO ist, dass es zu Hautreizungen führen kann, vor allem wenn es zu häufig oder in zu starker Konzentration verwendet wird. Dies gilt v.a. für Personen mit empfindlicher Haut. Eine weitere Nebenwirkung ist, dass es die Haut empfindlich gegenüber Sonnenlicht/ UV-Strahlung macht. Zudem wird oft als störend empfunden, dass BPO Textilien bleicht (z.B. die Bettwäsche) und einen gewöhnungsbedürftigen Geruch hat.

Hinweis: Benzoylperoxid-Produkte zur äußerlichen Behandlung finden Sie auch hier in unserem Webshop

1.2 Antibiotika

Antibiotika sind eine Gruppe von Stoffen, die sehr wirksam gegen Bakterien hilft. Da die Besiedelung durch Bakterien eine Hauptursache von Akne ist, können Antibiotika ein sehr effektives Mittel sein, vor allem wenn man unter vielen entzündlichen Pickeln leidet. Häufig verwendet werden die Antibiotika Erythromyzin oder Clindamyzin.

Allerdings besteht bei Antibiotika grundsätzlich das Risiko, dass sich Bakterien auf diese einstellen und Resistenzen entwickeln. Aus diesem Grund sollten Therapien mit Antibiotika nicht länger als ca. 12 Woche durchgeführt werden.

Um die Wirksamkeit von Antibiotika zu erhöhen, werden diese häufig mit anderen Wirkstoffen (z.B. Benzoylperoxid) kombiniert. Der Arzt kann hierbei entweder ein Kombinationsprodukt verschreiben, das beide Wirkstoffe enthält, oder zwei einzelne Cremes, die dann abwechselnd angewendet werden (z.B. eine morgens und eine abends).

Vorteile Nachteile
Antibiotika sind sehr wirksam gegen Bakterien und führen meist zu einer schnellen Verbesserung von Pickeln (z.B. Papeln und Pusteln). Im Gegensatz zu BPO reizen sie die Haut nicht. Zwar sind Antibiotika wirksam gegen Bakterien und bekämpfen damit einer der Hauptursachen von Akne, jedoch bekämpfen sie nicht die Überproduktion von Talg und haben auch keinen chemischen Peeling-Effekt. Um diese Schwäche auszugleichen, müssen sie oft mit anderen Produkten/ Wirkstoffen kombiniert werden müssen. Zudem besteht bei Antibiotika das Risiko einer Resistenzbildung durch Bakterien, weshalb diese für eine Langzeittherapie nicht geeignet sind.

1.3 Vitamin-A-Säure (Tretinoin)

Vitamin-A-Säure, auch Tretinoin genannt, gehört zur Stoffgruppe der sogenannten Retinoide, und wird in Form von Cremes und Lotionen angewendet.

Vitamin-A-Säure hat einen chemischen Peeling-Effekt. Sie reichert sich in der Hornschicht der Haut an und sorgt dort für eine Auflockerung und Verdünnung. Durch die Anregung der Erneuerung der Haut werden Verstopfungen der Poren wirksam bekämpft.  Zudem sorgt Vitamin-A-Säure für eine Verkleinerung der Talgdrüsen, wodurch die Talgproduktion verringert wird. Auch die Verbreitung von Bakterien, dem Auslöser für Entzündungen, wirkt es entgegen.

Durch die Erneuerung der Haut können zudem Akne-Narben und andere Unebenheiten wirksam gemindert werden. Die Beschleunigung der Hauterneuerung dauert häufig an, auch nachdem die Creme bereits abgesetzt wurde.

Vorteile Nachteile
Vitamin-A-Säure hilft wirksam dabei, Verstopfungen der Poren zu beseitigen, die Talgproduktion zu reduzieren und Bakterien zu bekämpfen. Durch den anhaltenden Effekt der Zellerneuerung wirkt das Medikament auch weit über die eigentliche Anwendung hinaus. Vitamin-A-Säure kann zu einer Reizung der Haut führen. Eine weitere Nebenwirkung ist, dass sie die Haut empfindlich gegenüber Sonnenlicht/ UV-Strahlung macht.

1.4 Isotretinoin

Isotretinoin gehört, genauso wie Vitamin-A-Säure (Tretinoin), ebenfalls zur Stoffgruppe der Retinoide. Die Wirkungsweise, inkl. Vor- und Nachteilen, von Isotretinoin ist im Wesentlichen die gleiche wie die der Vitamin-A-Säure.

1.5 Salicylsäure

Salicylsäure ist ein häufig verwendeter Wirkstoff gegen Akne. In kleineren Dosierungen, d.h. bis zu 2%, ist er auch in üblichen Kosmetika (z.B. Waschlotionen und Gesichtswasser) enthalten. Jedoch erst ab einer höheren Dosierung von ca. 5% hilft Salicylsäure wirksam gegen Akne.

Salicylsäure hat den Effekt eines chemischen Peelings. Das heißt, es regt die oberste Hautschicht zur Erneuerung an und hilft der Verstopfung der Poren entgegenzuwirken. Zudem wirkt Salicylsäure entzündungshemmend.

Vorteile Nachteile
Salicylsäure trägt wirksam zur Hauterneuerung bei und dringt dabei tiefer in die Haut ein, als andere Wirkstoffe (z.B. Fruchtsäuren). Gleichzeitig wirkt es entzündungshemmend. Besonders in höheren Dosierungen kann Salicylsäure stark hautreizend sein. Daher sollte es mit Vorsicht angewendet werden.

1.6 Teebaum-Öl

Teebaum-Öl ist ein ätherisches Öl, das aus den Blättern und Zweigen des vor allem in Australien verbreiteten Teebaums gewonnen wird. Im Gegensatz zu den meisten anderen Akne-Mitteln, ist Teebaum-Öl ein rein natürliches Produkt. Obwohl Teebaum-Öl eine lange Tradition als Arzneimittel hat, wird es erst seit ein paar Jahren wieder verstärkt als Mittel zur Akne-Behandlung und als Bestandteil verschiedener Pflegeprodukte eingesetzt.

Teebaum-Öl bzw. der darin enthaltene Hauptwirkstoff Terpinen-4-ol, wirkt stark antiseptisch und tötet Bakterien (und auch Pilze) ab. Da Teebaum-Öl sich zudem problemlos mit dem Talg der Haut verbindet, kann es tief in die Poren eindringen und dort Bakterien und Entzündungen effektiv bekämpfen. So trägt Teebaum-Öl dazu bei, dass Entzündungen rasch beseitigt werden und der Heilungsprozess der betroffenen Hautstellen beginnen kann.

Teebaum-Öl kann entweder in reiner Form oder verdünnt (z.B. als Mischung aus 15% Teebaum- und 85% Mandel-Öl) angewendet werden. Da Teebaum-Öl bei einigen Personen zu Hautreizungen führen kann, sollte man jedoch mit einer niedrigeren Dosierung (5% – 10%) starten und diese bei Bedarf schrittweise steigern. Grundsätzlich gilt, hoch dosiertes Teebaum-Öl sollte nur punktuell, z.B. zur Behandlung einzelner Pickel, verwendet werden. Für großflächigere Anwendungen sollte es nur verdünnt zum Einsatz kommen.

Vorteile Nachteile
Im Gegensatz zu vielen anderen Akne-Mitteln ist Teebaum-Öl ein rein natürliches Produkt. Vor allem für Personen mit fettiger Haut ist Teebaum-Öl sehr gut geeignet. Teebaum-Öl ist ein sehr starker Wirkstoff und kann daher bei manchen Personen zu Hautreizungen führen. Aus diesem Grund ist vor allem bei erstmaliger Anwendung Vorsicht geboten. Da Teebaum-Öl ein ätherisches Öl ist, besitzt es zudem einen recht intensiven Geruch. Dieser wird in der Regel aber nicht als unangenehm empfunden.

Hinweis: Teebaum-Öl-Produkte zur äußerlichen Behandlung finden Sie auch hier in unserem Webshop

2. Ganzheitliche Behandlung

Bei der ganzheitlichen Behandlung erfolgt die Medikamenteneinnahme in Form von Tabletten. Diese Form der Behandlung wird meist für schwerere Formen der Akne angewendet. Nicht selten werden Medikamente zum Einnehmen auch mit Medikamenten zur äußerlichen Behandlung kombiniert.

Bei der ganzheitlichen Behandlung gelangen die Medikamente ins Blut bzw. das Kreislaufsystem und wirken von dort aus auf die Haut. Aus diesem Grund spricht man manchmal auch von einer systemischen Behandlung. Diese ganzheitliche Wirkung ist Vor- und Nachteil zugleich. Auf der einen Seite gelangen medizinische Wirkstoffe auch an Stellen an die Medikamente zur äußerlichen Behandlung nicht vordringen können (z.B. tiefliegende Papeln). Auf er anderen Seite belastet die Einnahme solcher Medikamente auch den ganzen Körper. Es ist daher die Aufgabe des Arztes, den Nutzen und die potenziellen Risiken für den Patienten gut abzuwägen.

2.1 Antibiotika

Antibiotika sind ein bewährtes Mittel für die Bekämpfung von Bakterien. Da die Besiedlung der Haut durch Bakterien eine der Hauptursachen von Akne ist, kann die Einnahme von Antibiotika schnelle Linderung verschaffen. Häufig verwendete Antibiotika sind die Wirkstoffe Tetracyclin, Doxycyclin und Minocyclin.

Vorteile Nachteile
Antibiotika sind sehr wirksam gegen Bakterien und führen meist zu einer schnellen Verbesserung von Pickeln (z.B. Papeln und Pusteln). Ein Nachteil der Antibiotika ist, dass sie zwar Bakterien bekämpfen, nicht aber die Überproduktion von Talg vermindern und auch keinen chemischen Peeling-Effekt haben. Zudem besteht bei Antibiotika das Risiko einer Resistenzbildung durch die Bakterien, weshalb diese für eine Langzeittherapie nicht geeignet sind.

2.2 Isotretinoin

Aus der Gruppe der Retinoide wird der Stoff Isotretinoin für die ganzheitliche Behandlung eingesetzt. Isotretinoin bewirkt eine Auflockerung und Verdünnung der Hornschicht der Haut. Durch die Anregung der Erneuerung der Haut werden Verstopfungen der Poren wirksam bekämpft.  Zudem sorgt es für eine Verkleinerung der Talgdrüsen, wodurch die Talgproduktion verringert wird. Auch der Verbreitung von Bakterien Isotretinoin wirksam entgegen.

Durch die Erneuerung der Haut können zudem Akne-Narben und andere Unebenheiten wirksam gemindert werden. Die Beschleunigung der Hauterneuerung dauert häufig an, auch wenn das Medikament bereits abgesetzt wurde.

Vorteile Nachteile
Durch den Effekt der anhaltenden Hauterneuerung bleibt die Wirkung von Isotretinoin auch nach Absetzen des Medikaments bestehen. Bei Patienten kann die Akne daher durch einmalige, mehrwöchige Behandlung mit Isotretinoin dauerhaft gebessert oder sogar geheilt werden. Die Einnahme von Isotretinoin in Tabletten-Form gilt als extrem starke Form der Akne-Therapie. Da die Einnahme des Medikaments starke Nebenwirkungen haben kann (z.B. Schädigung der Leber). Daher wird in der Regel erst zu diesem Mittel gegriffen, wenn alle übrigen Optionen für die Behandlung der Akne bereits ausgeschöpft sind.

2.3 Antibaby-Pille

Die Antibaby-Pille ist, wie ihr Name bereits vermuten lässt, eigentlich ein Verhütungsmittel für Frauen. Der Verhütungseffekt wird dabei durch eine Veränderung des Hormonhaushaltes erreicht. Dabei wird unter anderem das Niveau des männlichen Geschlechtshormons Androgen gesenkt bzw. dessen Wirkung auf die Haut reduziert.

Da Androgen die Haut zur (Über-)Produktion von Talg anregt, was wiederum eine Hauptursache für Akne ist, kann durch die Verringerung des Androgen-Niveaus eine Verbesserung der Haut erzielt werden.

Da diese Beeinflussung des Hormonhaushalts aber auch zu Nebenwirkungen führen kann, darf die Verschreibung der Antibaby-Pille nur durch einen (Frauen-)Arzt und nach entsprechender Beratung erfolgen. Offiziell wird die Antibaby-Pille nur zum Zweck der Empfängnisverhütung verschrieben, wobei die positive Auswirkung des Medikaments auf die Haut offiziell nur ein „Nebeneffekt“ ist. Vielen Frauen lassen sich die Antibaby-Pille aber genau wegen dieses „Nebeneffekts“ gezielt verschreiben.

Vorteile Nachteile
Da die Antibaby-Pille eine tatsächliche Veränderung des Hormonhaushaltes verursacht, setzt sie direkt an einer der Hauptursachen der Akne an und ist extrem wirksam. Auch wenn die Antibaby-Pille als Verhütungsmittel weit verbreitet ist, so kann die Veränderung des Hormonhaushalts zu massiven Nebenwirkungen führen. Die Risiken solcher Nebenwirkungen sollten gut mit den Vorteilen der Einnahme abgewogen werden.