Richtige Hautpflege

Die richtige Hautpflege ist extrem wichtig für die Vorbeugung und Behandlung von unreiner Haut und Akne. Durch die Hautpflege werden vor allem die folgenden drei Ziele verfolgt:

  • Entfernung überschüssigen Talgs
  • Entgegenwirkung einer Verstopfung der Poren
  • Reinigung der Haut von schädlichen Bakterien

Hierbei ist es wichtig, dass man die Haut regelmäßig, aber nicht übermäßig, reinigt! Die Hautpflege muss immer so eingestellt sein, dass das empfindliche Gleichgewicht der Haut (d.h. Säureschutzmantel und Hautflora) nicht gestört wird.

Viele Betroffene machen den Fehler, dass sie ihre Haut zu stark „pflegen“, in der falschen Hoffnung, durch eine besonders intensive/ aggressive Pflege lästige Hautunreinheiten schneller beseitigen zu können. Hiermit wird jedoch oft genau das Gegenteil erreicht.

Bringt man die Haut erst einmal aus dem Gleichgewicht, so kann dies die Akne sogar noch verschlimmern. Trocknet man die Haut durch übermäßiges Waschen zu sehr aus, so führt dies dazu, dass sie als Gegenreaktion ihre Talgproduktion nur noch verstärkt. Diese Überproduktion von Talg führt wiederum zur Verstopfung der Poren. Durch zu aggressive Reinigungsmittel und/ oder zu häufige Anwendung, wird auch der Säureschutzmantel der Haut und die darauf befindlichen Hautflora zerstört. Hierdurch verliert die Haut ihre Fähigkeit, schädliche Bakterien abzuwehren. Ein vermehrtes Auftreten von Entzündungen ist die Folge.

Wenn die Haut nach der Pflege gerötet ist, spannt, oder sehr trocken erscheint, so ist dies ein klares Zeichen, dass man zu aggressiv vorgegangen ist. In diesem Fall sollte man mildere Produkte verwenden und ggf. auch die Häufigkeit der Pflege (z.B. des Waschens) reduzieren. Da die Haut eines jeden Menschen individuell ist, sollte man sehr aufmerksam beobachten wie die eigene Haut reagiert und ggf. eine schrittweise Anpassung des Pflegeprogramms vornehmen, bis man es optimal abgestimmt hat.

1. Die richtigen Hautpflegeprodukte

Bei der Verwendung von Produkten zur Hautpflege gilt grundsätzlich: Weniger ist mehr. Das heißt, man sollte sich für ein paar Produkte entscheiden und diese konsequent anwenden. Dabei sollte man auch immer darauf achten wie die Haut reagiert und das eigene Pflege-Programm ggf. schrittweise anpassen bis man das Optimum gefunden hat.

Bei der Optimierung der eigenen Routine sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Haut nicht immer sofort auf Produkte reagiert, sondern manchmal ein paar Tage oder Woche braucht. Dies gilt sowohl für positive Effekte, z.B. die zeitverzögerte Wirkung von Medikamenten, als auch für negative Effekte, z.B. Produkte, die die Haut auf längere Sicht austrocknen oder die Poren verstopfen.

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2. Anwendung von Hautpflegeprodukten

Für die Pflege von unreiner Haut und Akne gibt es eine Handvoll von Produkt-Kategorien, die verwendet werden sollten. Diese sind:

  • Waschlotion/ seifenfreies Waschstück
  • Peeling
  • Cremes/ Lotionen und Gels
  • Gesichtswasser
  • Sonstige Produkte

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Herstellern mit Produktreihen, die speziell auf den Bedarf von Akne-Patienten ausgerichtet sind. Diesen Produkten sollte man den Vorzug geben. Wo man die Produkte kauft, z.B. in der Apotheke, bei der Kosmetikerin oder in der Drogerie, ist aber zweitranging. Ganz klar gilt: Ein Produkt muss nicht teuer sein, um gut zu wirken.

2.1 Waschlotion/ seifenfreies Waschstück

Akne-Patienten sollten darauf achten, dass sie ihre Haut regelmäßig mit einer milden Waschlotion oder einem sogenannten seifenfreien Waschstück reinigen. Durch die Reinigung wird die Haut von überschüssigem Talg, Schmutz und Bakterien befreit. Da überschüssiger Talg und die Besiedelung durch Bakterien – neben der Verstopfung der Poren –  zwei der Hauptursachen von Akne sind, ist die regelmäßige milde Reinigung ein wichtiger Schritt zur Vorbeugung.

Anwendung: Empfohlen wird, die Haut täglich morgens und abends zu reinigen. Falls sich die zweifache Reinigung als zu viel erweist, sollte man die Häufigkeit der Reinigung auf einmal täglich reduzieren. In diesem Fall sollte man die Haut dann am Abend reinigen, damit Talg, Schmutz und Bakterien, die sich über den Tag hinweg angesammelt haben, abgewaschen werden. Die Haut kann sich dann über die Nacht hinweg regenerieren.

Auch bei der Verwendung von besonders milden Produkten wird der Haut immer etwas Feuchtigkeit entzogen. Ist die Haut zu stark ausgetrocknet, so merkt man dies meist an einem leichten Spannungsgefühl nach dem Waschen. Darum ist es sinnvoll, direkt nach der Reinigung eine leichte Creme oder ein Gel aufzutragen, um die Haut wieder mit Feuchtigkeit zu versorgen. Siehe hierzu auch Abschnitt 2.3. Cremes/ Lotionen und Gels.

Produkthinweise: Bei der Wahl der Waschlotion oder des seifenfreien Waschstücks sollte man darauf achten, dass man ein Produkt wählt, das mild und pH-hautneutral ist, d.h. einen pH-Wert von 5,4 bis 5,9 hat. Zusätzlich sollte man darauf achten, dass das Produkt auch parfümfrei und frei von Farb- und Konservierungsstoffen ist. Diese Bestandteile können die nämlich unnötig reizen oder Allergien hervorrufen.

Die klassische Seife, die man zum Beispiel zum Händewaschen benutzt, sollte man aber auf keinen Fall verwenden! Der pH-Wert der normalen Seife liegt 8 bis 11 und greift den Säureschutzmantel der Haut daher stark an.

2.2 Peeling

Als Peelings bezeichnet man Produkte, die für eine Erneuerung der obersten Hautschicht sorgen und überschüssige Hornschüppchen entfernen. Dies ist wichtig, um einer Verstopfung der Poren, einer der Hauptursachen von Akne, entgegenzuwirken.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Peelings: Das chemische Peeling, bei dem die Erneuerung der Hornschicht durch bestimmte chemische Bestandteile (z.B. Salicylsäure) verursacht wird, und das sogenannte abrasive Peeling, bei dem überschüssige Hornschüppchen gewissermaßen abgeschmirgelt werden.

Chemische Peelings werden in der Regel in Form von Cremes zum Auftragen verkauft und müssen zum Teil durch einen Arzt verschrieben werden. Abrasive Peelings, die im folgenden Abschnitt genauer beschrieben werden, sind hingegen frei verkäuflich. Abrasive Peelings sind eine Art Paste, in der kleine Partikel enthalten sind. Ganz so, als ob man Sand mit hineingemischt hätte. Diese Paste trägt man auf das Gesicht auf und massiert dann in kreisenden Bewegungen für einige Minuten. Die kleinen Partikel wirken dabei wie eine Art Sandpapier durch das überschüssige Hautschüppchen abgeschmirgelt werden.

Anwendung: Ein Peeling sollte man 1- bis 2-mal in der Woche, in gleichmäßigen Abständen verwenden. Wie oft man das Peeling verwenden muss hängt sowohl vom Peeling Produkt ab, als auch davon, wie stark die eigene Haut neue Hornschüppchen produziert. Auch hier ist es wichtig, dass man die eigene Haut aufmerksam und über einige Tage/ Wochen beobachtet, wie sie auf das Peeling reagiert. Reagiert die Haut gereizt, z.B. durch Rötung und Spannungsgefühl, so liegt es häufig daran, dass man das Produkt entweder zu intensiv anwendet, z.B. indem man zu lange oder zu stark massiert, oder die Häufigkeit des Peelings reduzieren sollte. Möglich und denkbar ist natürlich auch ein Wechsel des Peeling Produkts.

Produkthinweise: Auch bei der Wahl des Peeling-Produkts sollte man darauf achten, dass dieses pH-Hautneutral ist. Siehe hierzu auch Abschnitt 2.1 Waschlotion/ seifenfreies Waschstück. Darüber hinaus unterscheiden sich Produkte in zwei wesentlichen Eigenschaften. Zum einen die Grobheit der Partikel und zum anderen das Vorhandensein weiterer Bestandteile, z.B. Stoffe für ein zusätzliches chemisches Peeling.

Für die Partikel gilt grundsätzlich, dass diese nicht zu grob sein sollte. Sind die Partikel zu grob, und obendrein sogar noch scharfkantig, so kann es passieren, dass diese nicht nur die überschüssigen Hornschüppchen entfernen, sondern gleichzeitig auch winzige Verletzungen an der gesunden Haut verursachen. Solche Verletzungen können die Haut reizen und Entzündungen hervorrufen oder verschlimmern. Feine Partikel sind dagegen wesentlich schonender zur Haut. Jedoch besteht hierbei der Nachteil, dass man das Peeling länger einmassieren muss, um den gleichen Peeling-Effekt zur erreichen.

Eine Reihe von Produkten enthalten, neben dem abrasiven Peeling, auch Bestandteile die zusätzlich zu einem chemischen Peeling der Haut beitragen. Der häufigste Zusatzstoff, der auch in vielen Drogerie-Produkten enthalten ist, ist die sogenannte Salicylsäure. Grundsätzlich ist gegen diesen Zusatz chemischer Peeling-Stoffe nichts einzuwenden. Bei empfindlicher Haut, kann diese „Doppelbelastung“ aus abrasiven und um chemischem Peeling jedoch zu Reizungen führen.

2.3 Cremes/ Lotionen und Gels

Neben der ordnungsgemäßen Reinigung der Haut (z.B. durch Waschlotionen und Peelings) ist es wichtig, dass diese mit ausreichend Nährstoffen und insbesondere Feuchtigkeit versorgt wird.

Gerade, wenn man zusätzlich zur Reinigung noch weitere Akne-Behandlungen durchführt (z.B. chemische Peelings), kann es sein, dass sich der Feuchtigkeitsbedarf der Haut zusätzlich erhöht. Hilfreich ist hierbei die Anwendung leichter Cremes oder Gels.

Anwendung: Leichte Cremes oder Gels sollten grundsätzlich immer nach dem Waschen aufgetragen werden. Dann ist die haut nämlich gut gereinigt und hat einen erhöhten Bedarf an Feuchtigkeit. Zusätzlich sollte man ein solches Produkt auch immer dann anwenden, wenn die Haut durch ein Spannungsgefühl signalisiert, dass es ihr an Feuchtigkeit fehlt.

Produkthinweise: Grundsätzlich gibt es drei Arten von Produkten, die zur Feuchtigkeitspflege der Haut verwendet werden, wobei jedoch nicht alle für Akne-Patienten geeignet sind. Diese sind:

  • Salben
  • Cremes/ Lotionen
  • Gels

Salben: Ursprünglich wurden nur solche Produkte als Salben bezeichnet, die ausschließlich auf Fetten oder Ölen basieren. Heutige Salben beinhalten jedoch zum Teil auch geringe Anteile an Wasser. Da die meisten Akne-Patienten grundsätzlich das Problem haben, dass ihre Haut zu fettig ist, sind Salben eher ungeeignet. Salben werden vor allem für ältere Personen angewendet, bei denen die Produktion von Hauttalg stark vermindert ist.

Cremes/ Lotionen: Cremes und Lotionen haben sowohl Fett- als auch Wasseranteile. Damit diese beiden Stoffe, die sich eigentlich nicht verbinden, gemeinsam eine Creme/ Lotion bilden, ist ein weiterer Stoff notwendig. Der sogenannte Emulgator. Je nachdem, wie das Verhältnis von Fett zu Wasser ist, ist eine Creme/ Lotion entweder „schwer“ bzw. „reichhaltig“, d.h. mit hohem Fettanteil, oder „leicht“, d.h. mit hohem Wasseranteil. Cremes sind eher dickflüssig, wobei Lotionen eher dünnflüssig sind. Da Akne-Patienten meist von Natur aus eine fettige Haut haben, sollten sie darauf achten, nur leichte Cremes/ Lotionen zu verwenden.

Gels: Gels werden auf Wasserbasis hergestellt und enthalten daher kaum oder gar kein Fett. Für Akne-Patienten, die von Natur aus unter einer fettigen Haut leiden, sind sie daher oftmals am geeignetsten. Gels die auf reiner Wasserbasis hergestellt sind, sind komplett durchsichtig. Sind hingegen auch Fette enthalten, so ist das Gel eher milchig.

Ob Akne-Patienten nun besser Cremes/ Lotionen oder Gels verwenden sollten, lässt sich pauschal nicht sagen. Dies ist auch immer abhängig vom jeweiligen Hauttyp. Daher gilt auch hier, dass man am besten aufmerksam ausprobieren sollte, wie die Haut auf bestimmte Produkte reagiert.

2.4 Gesichtswasser

Ein weiteres Pflegeprodukt das häufig verwendet wird ist das Gesichtswasser (auch: Gesichtstonic, Face Toner oder Reinigungswasser). Ziel des Gesichtswassers ist es, die Haut von Schmutz, überschüssigem Fett und ggf. Make-up-Resten zu befreien, sie zu beruhigen und mit Nährstoffen zu versorgen.

Anwendung: Grundsätzlich wird empfohlen, das Gesichtswasser als „Zwischenschritt“ zwischen der täglichen Reinigung (z.B. mit einer Waschlotion) und Feuchtigkeitspflege (z.B. mit einem Gel) zu verwenden. Dabei wird das Gesichtswasser mit einem Wattebausch oder -pad auf die gereinigte Haut auftragen und kurz einwirken gelassen. Anschließend wird die Feuchtigkeitspflege aufgetragen. Das Gesichtswasser sollte aber eher also optionaler Schritt angesehen werden und ist kein zwingender Bestandteil der täglichen Pflege. Dies gilt vor allem dann, wenn die Haut ohnehin sehr empfindlich ist.

Produkthinweise: Akne-Patienten sollten grundsätzlich darauf achten, dass sie ein mildes Gesichtswasser verwenden, das die Haut nicht unnötig reizt. Viele Gesichtswasser enthalten Alkohol. Typischer Weise liegt der Anteil zwischen 10% und 20%. Alkohol wird als Inhaltsstoff deshalb gerne verwendet, weil er antibakteriell wirkt und dabei helfen kann, das Hautbild zu verfeinern. Dieser Effekt, die Poren zu verfeinern bzw. zusammenzuziehen wird auch als „adstringierend“ bezeichnet. Der Nachteil von Alkohol ist aber, dass er die Haut austrocknen kann. Aus diesem Grund sollten Akne-Patienten darauf achten, dass sie nur milde Gesichtswasser mit einem niedrigen Alkoholanteil von 0% bis 10% verwenden.

2.5 Sonstige Produkte

Gelingt es nicht, die unreine Haut/ Akne mit diesem Pflichtprogramm in den Griff zu bekommen, so sollte man als nächstes eine professionelle Behandlung, z.B. durch den Hautarzt, in Angriff nehmen. Der Versuch, durch immer mehr und immer neuere Produkte eine Verbesserung zu erzielen schadet nämlich meist mehr, als er nutzt.