Unsere Haut

Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Sie umschließt alle übrigen Organe und schützt diese gegen äußere Einflüsse, z.B. Hitze, Kälte, Krankheitserreger und UV-Strahlung.
Gleichzeitig ist die Haut auch unser größtes Sinnesorgan. Durch ihre Millionen von Nervenzellen sind wir z.B. in der Lage, Temperaturunterschiede wahrzunehmen, Gegenstände zu ertasten und angenehme aber auch schmerzhafte Reize zu empfinden.
Die Haut erfüllt somit lebenswichtige Aufgaben für uns und muss sich dabei ständig gegen Umwelteinflüsse zur Wehr setzen. Dies geht nicht immer spurlos an ihr vorüber. Eine Konsequenz dieser Belastung kann das Auftreten von Akne sein.

1. Aufbau und Funktion der Haut

Die Haut besteht im Groben aus drei Schichten. Diese sind: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis). Für das Verständnis der Funktion unserer Haut – vor allem mit Blick auf die Entwicklung der Akne – sind die beiden oberen Hautschichten (Oberhaut und Lederhaut) besonders relevant.

Oberhaut (Epidermis): Die Oberhaut bildet die äußerste Schicht der Haut und ist mit 0,1 Millimetern ungefähr so dünn wie ein Blatt Papier. Sie bildet eine schützende Hornschicht, die sich regelmäßig (ca. alle vier Wochen) vollständig erneuert.

Auf der Oberfläche der Oberhaut, und teilweise auch in der darunterliegenden Lederhaut, befindet sich die sogenannte Hautflora. Diese besteht aus einer Vielzahl mikroskopisch kleiner Lebewesen (Mikroorganismen), z.B. Bakterien und Pilze, die die gesamte Oberfläche dicht besiedeln.

Auch wenn dies zunächst befremdlich erscheinen mag, so ist eine intakte Hautflora unerlässlich für eine gesunde Haut in schützt diese unter anderem vor Krankheitserregern. Notwendig hierfür ist ein leicht saures Umfeld (auch: Milieu) mit einem pH-Wert von 5,4 bis 5,9. Aus diesem Grund spricht man auch oft vom Säureschutzmantel der Haut.

Lederhaut (Dermis): Die Lederhaut, die direkt unter der Oberhaut liegt, ist wesentlich dicker. In ihr befinden sich unter anderem Blutgefäße und Nervenzellen. Letztere ermöglichen es uns über die Haut Sinnesreize (z.B. Temperatur und Berührungen) wahrzunehmen.

Die Haarwurzeln befinden sich ebenfalls in dieser Schicht. Nahezu unser gesamter Körper ist nämlich mit Hunderttausenden, z.T. mikroskopisch kleiner und daher für das Auge unsichtbarer, Härchen überzogen. Es gibt nur ein paar Bereiche, an denen unser Körper komplett unbehaart ist. Diese sind: Handflächen, Fingerinnenseiten, Fußsohlen, Brustwarzen, Lippen und unsere Schleimhäute.

Seitlich zu jeder Haarwurzel liegen die Talgdrüsen. Die Talgdrüsen produzieren eine fettige Substanz, genannt (Haut-)Talg (auch: Sebum). Diese Substanz fließt entlang der Haare an die Oberfläche der Haut. Dort bildet der Talg eine schützende Schicht, die die Haut geschmeidig hält und ihren Säureschutzmantel aufrechterhält. Die Öffnung, über die dieser Talg an die Oberfläche der Haut gelangt, wird als Pore bezeichnet.

Besonders viele Talgdrüsen besitzt der Körper in den folgenden Bereichen:

  • Kopfhaut
  • Gesicht – vor allem an Stirn, Nase und Kinn – dieser Bereich wird zusammenfassend oft auch als T-Zone bezeichnet
  • Auf der Oberkörper-Vorderseite – in der Mitte des Oberkörpers vom Hals abwärts bis unterhalb der Brustwarzen – dieser Bereich wird auch als vordere Schweißrinne bezeichnet
  • Auf der Oberkörper-Rückseite (Rücken) vom Nacken abwärts entlang der Wirbelsäule – dieser Bereich wird auch als hintere Schweißrinne bezeichnet
  • Genitalbereich

2. Gesunde Haut

Basierend auf den Ausführungen lässt sich die gesunde Haut wie folgt beschreiben:

Die Oberfläche der Haut ist dicht besiedelt von einer intakten Hautflora, unter anderem bestehend aus Bakterien und Pilzen. Die Hautflora kann sich deshalb gut entwickeln, weil die Oberfläche unserer Haut ein leicht saures Umfeld aufweist (pH-Wert 5,4 bis 5,9). Dieses saure Umfeld und die Hautflora bilden den sogenannten Säureschutzmantel der Haut.

Krankheitserreger werden von diesem Säureschutzmantel effektiv abgewehrt. Beispielsweise werden potenziell schädliche Bakterien, die auf die Oberfläche unserer Haut gelangen, durch die dort bereits vorhandenen Bakterien abgewehrt bzw. verdrängt.

Durch die stetige Erneuerung der Oberhaut (Epidermis), verfügt unsere Haut immer über eine schützende Hornschicht, die diese unter anderem vor der Austrocknung schützt.

Die Talgdrüsen produzieren am laufenden Band (Haut-)Talg. Dieser Talg fließt ungehindert an den Härchen unserer Haut nach oben und tritt schließlich durch winzigen Öffnungen, die Poren, an die Oberfläche. Dort sorgt der Talg unter anderen dafür, dass unsere Haut geschmeidig und ihr saures Umfeld erhalten bleibt.

Insgesamt bildet unsere Haut ein sehr komplexes „Ökosystem“, bei dem viele Faktoren zusammenkommen und in einem Gleichgewicht zueinander stehen müssen. Der Erhalt dieses Gleichgewichts ist der Schlüssel für eine gesunde Haut. Durch die Umwelteinflüsse, die stetig auf unsere Haut „einprasseln“ und ggf. zusätzlich existierende innere Faktoren (z.B. hormonelle Veränderungen) kann die Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichts eine echte Herausforderung darstellen.