Unreine Haut & Akne

1. Wie entsteht unreine Haut?

Unsere Haut ist ein komplexes „Ökosystem“ das einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt ist und diese abwehren muss. Nehmen diese Einflüsse überhand, gerät die Haut aus der Balance. Unreine Haut oder Akne können die Folge sein.

Über 80% der Menschen leiden im Verlauf ihres Lebens an Akne, die meisten davon im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Jungen und Männer sind hierbei tendenziell häufiger/ stärker betroffen. Bei rund 30% bis 40% der Betroffenen ist die Ausprägung der Akne so stark, dass eine ärztliche Behandlung erforderlich ist. In den meisten Fällen klingt die Akne zwar mit dem Ende der Pubertät wieder vollständig ab (d.h. bei Mädchen bis zum 18. und bei Jungen bis zum 21. Lebensjahr), jedoch gibt es auch Personen, die weit über das 21. Lebensjahr hinaus noch unter Akne leiden.

Betroffene Hautregionen sind vor allem, Gesicht, Hals, Schultern, Brust/ Dekolleté und der obere Teil des Rückens.

Auch wenn die Faktoren, die zu unreiner Haut und Akne beitragen, sehr vielfältig sind (siehe: Ursachen & Risikofaktoren), so ist der Ablauf bei der Entstehung immer der gleiche (siehe auch Bild unten):

  • Überproduktion von Talg (auch: Seborrhö)
  • Verstopfung der Poren durch eine Verdickung der äußeren Hornschicht durch übermäßige Zellproduktion und fehlende Abschuppung (auch: Hyperkeratose) – dies führt dazu, dass der Talg nicht mehr an die Oberfläche abfließen kann und sich aufstaut
  • Besiedelung des aufgestauten Talgs und der Talgdrüse durch Bakterien – dies führt oft zur Entzündung und einem Aufbrechen der Pore

2. Erscheinungsformen

Als Ergebnis der oben genannten Mechanismen lassen sich zwei charakteristische Erscheinungsformen feststellen:

  • Komedonen/ Mitesser – hierbei gibt es geschlossene Mitesser (auch: Whiteheads) und offene Mitesser (auch: Blackheads)
  • Pickel – meist in Form sogenannter Papeln und Pusteln

2.1 Komedonen/ Mitesser

Mitesser entstehen immer dann, wenn die Poren unserer Haut verstopft sind und Talg, der somit nicht mehr (vollständig) abfließen kann, sich aufstaut. Unterscheiden wird dabei zwischen den geschlossenen Mitessern (Whiteheads) und den offenen Mitessern (Blackheads).

Geschlossene Mitesser (Whiteheads): Bei geschlossenen Mitessern ist der Porenausgang so stark verengt bzw. verstopft, dass sich der Talg unter der Haut aufstaut und nicht an die Oberfläche gelangt. Von außen sichtbar ist der Mitesser als keine Anhebung, an der man die weiß-gelbliche Talg-Ansammlung, man spricht hierbei auch vom „Talgpfropf“, durchscheinen sieht. Dieses Durchscheinen des weiß-geblichen Talgs hat dem geschlossenen Mitesser zu seinem englischen Namen „Whitehead“, zu Deutsch „Weißkopf“, verholfen.

Offene Mitesser (Blackheads): Der offene Mitesser entsteht auf ganz ähnliche Weise wie der geschlossene Mitesser. Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass die Porenöffnung hierbei noch groß genug ist, sodass der Talgpfropf von außen noch deutlich sichtbar ist. Gleichzeitig ist die Pore aber zu stark verengt bzw. verstopft, sodass der Talgpfropf nicht von alleine aus der Pore gelangt. Der Teil des Talgpfropfs, der an der Oberfläche der Haut liegt und dort in Kontakt mit Sauerstoff kommt, nimmt durch den Hautfarbstoff Melanin eine dunkle Färbung an. Hierdurch erscheinen offene Mitesser als dunkle bzw. schwärzliche Pünktchen auf der Haut. Dieses Erscheinungsbild verlieht ihnen den englischen Namen „Blackheads“, zu Deutsch „Schwarzkopf“.

2.2 Pickel

Pickel entstehen in der Regel aus geschlossenen Mitessern (Whiteheads). Hierbei besiedeln Bakterien den aufgestauten Talg und auch die Talgdrüse selbst. Durch die Bakterien bzw. deren Abfallprodukte bildet sich dann eine Entzündung. Die Entzündung und die weiter anhaltende Talg-Produktion können schließlich dazu führen, dass die Pore platzt und sich die entzündliche Masse – bestehend aus Talg, Bakterien, Bruchstücken von Zellen und Hornschüppchen – in das umliegende Gewebe entleert, was dort wiederum zu weiteren Entzündungen führt.

Die Entzündung verursacht die Rötung und Erhebung der Haut, die für Pickel so charakteristisch ist. Für den Betroffenen kann sich diese Entzündung auch durch Schmerzen oder Druckempfindlichkeit in dem jeweiligen Bereich bemerkbar machen.

Die Entzündung bzw. der Pickel, kann sich dabei hauptsächlich in zwei Richtungen entwickeln, und entweder zu einer Pustel oder einer Papel werden.

Pustel: Als Pustel wird ein Pickel bezeichnet, bei dem die entzündliche Masse (auch: Eiter) an die Oberfläche der Haut gelangt und sich vornehmlich dort ansammelt. Diese Ansammlung, in Form eines Eiterbläschens, kann sich entweder öffnen und somit entleeren oder einfach an der Oberfläche eintrocknen. Die Pustel ist i.d.R. die mildere Verlaufsform eines Pickels, da sich die entzündliche Masse vornehmlich nach außen hin entleert, anstelle tiefer in die Haut einzudringen.

Papel: Die Papel entsteht auf gleiche Weise wie die Pustel, jedoch mit dem Unterschied, dass die entzündliche Masse hierbei tiefer in das Gewebe eindringt und oftmals neue Entzündungen verursacht. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Entzündungsnebenherden. Da Papeln tiefer in die Haut reichen, ist der Verlauf oftmals langwieriger und schmerzhafter. Bei extremen Verlaufsformen kann es auch passieren, dass sich mehrere Entzündungsherde zu einer großen Entzündung verschmelzen. Man spricht hierbei von einer Zyste.

Pickel können entweder von selbst oder mit entsprechender Behandlung rückstandslos abheilen. Es ist jedoch auch möglich, dass nach Abheilung der Entzündung eine Vernarbung des Gewebes zurückbleibt. Diese Narben, als Spätfolge der Akne, können für Betroffene eine erhebliche ästhetische Beeinträchtigung darstellen. Auch vor dem Hintergrund dieser möglichen Spätfolge ist es umso wichtiger, bei einem schwereren Verlauf der Akne ärztlichen Rat einzuholen.

3. Welche Arten von Akne gibt es?

Wer sich mit dem Thema Akne beschäftigt stellt schnell fest, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Formen der Akne zu geben scheint. Dies kann auf den ersten Blick verwirren.

Hat man jedoch erst einmal verstanden, nach welchem Muster bei dieser Kategorisierung vorgegangen wird, so lichtet sich das Wörterlabyrinth. Im Groben lassen sich folgende Kategorien unterscheiden:

Kategorisierung nach … Aknetypen
Erscheinungsform/ Schweregrad
  • Akne comedonica (Leichte Akne)
  • Akne papulo-pustulosa (Mittelschwere Akne)
  • Akne conglobata (Schwere Akne)
Lebensphase des Auftretens
  • Akne vulgaris (gewöhnliche Akne)
  • Akne tarda (Spätakne)
Ursache/ Auslöser
  • Akne excoriee (Skin-Picking)
  • Akne aestivalis (Mallorca-Akne)
  • Akne venenata/ cosmetica (Kontakt-/ Kosmetik-Akne)
  • Akne medikamentosa (Medikamenten-Akne)

Diese unterschiedliche Kategorisierung bedeutet auch, dass derselbe Akne-Befund, je nach Blickwinkel, unterschiedlich bezeichnet werden kann. Zum Beispiel kann die Akne vulgaris (gewöhnliche Akne), die vor allem in der Lebensphase der Pubertät auftritt, in unterschiedlichen Erscheinungsformen/ Schweregraden daherkommen.

3.1 Kategorisierung nach Erscheinungsform/ Schweregrad

Im Abschnitt 2. Erscheinungsformen wurde bereits beschrieben, wie Akne entsteht und welche typischen Erscheinungsformen sie annehmen kann. Hiernach richtet sich auch die Kategorisierung der Akne nach Erscheinungsform/ Schweregrad. Die häufigsten Akne-Formen sind dabei die folgenden:

Akne comedonica (leichte Akne): Akne comedonica ist hauptsächlich gezeichnet durch offene und geschlossene Komedonen, ggf. begleitet von einigen wenigen, sehr leichten Entzündungen (Papeln). Die Akne tritt dabei vorwiegend im Gesicht auf. Akne comedonica gilt als der leichteste Schweregrad der Akne und heilt meist vollständig und ohne Narbenbildung ab.

Akne papulo-pustulosa (mittelschwere bis schwere Akne): Die Akne pauplo-pustulosa ist eine schwere Form der Akne. Sie ist gekennzeichnet durch Pickel in Form von Papeln und Pusteln. Häufig betroffene Körperstellen sind das Gesicht, der Rücken und die Brust/ Dekolleté. Da bei dieser Form der Akne Entzündungen der Haut vorliegen und diese, insbesondere bei Papeln, tiefer in das Gewebe eindringen, kann es auch nach Abheilen der Entzündungen zu einer Narbenbildung kommen. Aus diesem Grund ist ein Besuch beim Hautarzt bei dieser Form der Akne dringend zu empfehlen.

Akne conglobata (schwere Akne): Akne conglobata gilt als schwere Form der Akne. Sie ist gekennzeichnet durch Papeln, die tief in das Gewebe vordringen und miteinander zu Zysten verschmelzen können. Betroffen sind dabei vor allem das Gesicht und der Rücken. Diese tiefgehenden Papeln (auch: Knoten), können mitunter sehr schmerzhaft sein und zu starker Narbenbildung führen. Durch die tiefliegenden Entzündungen kann eine unsachgerechte Handhabung, insbesondere der Versuch eines Ausquetschens, sogar gefährlich sein, da Teile der entzündlichen Massen in die Blutbahn gelangen können. Dies gilt insbesondere für Papeln in der oberen Hälfte des Gesichtes. Aufgrund dieser Risiken und möglicher Spätfolgen sollte im Fall einer Akne conglobata unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

3.2 Kategorisierung nach Lebensphase des Auftretens

Auch wenn vor allem Jugendliche unter Akne leiden, so kann sie grundsätzlich in allen Lebensphasen auftreten. Hierbei unterscheidet man die folgenden Akne-Formen:

Akne vulgaris (Gewöhnliche Akne): Akne vulgaris ist die am weitesten verbreitete Form der Akne und wird daher auch als gewöhnliche Akne bezeichnet. Über 80% der Menschen sind früher oder später von Akne betroffen, die meisten davon im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Jungen und Männer sind hierbei tendenziell häufiger/ stärker betroffen. Bei rund 30% bis 40% der Betroffenen ist die Ausprägung der Akne so stark, dass eine ärztliche Behandlung erforderlich ist.  Die Akne vulgaris klingt in den meisten Fällen bis zum Ende der Pubertät wieder vollständig ab (d.h. bei Mädchen bis zum 18. und bei Jungen bis zum 21. Lebensjahr).

Akne tarda (Spätakne): Während die Akne vulgaris in der Regel bis zum 21. Lebensjahr vollständig abklingt, so leiden einige Betroffene auch darüber hinaus noch an Mitessern und Pickeln. In diesem Fall spricht man von Akne tarda, der sogenannten Spätakne. Am stärksten tritt diese Form der Akne im Alter zwischen 30 und 45 Jahren auf. Diese bedeutet, dass auch Personen die geglaubt haben, das Problem der Akne bereits hinter sich gelassen zu haben, wieder von dieser betroffen sein können. Während die Akne vulgaris vor allem Jungen/ Männer betrifft, so ist es bei der Akne tarda genau andersherum – von ihr sind vor allem Frauen betroffen. Ein Grund dafür sind die stärkeren Hormonschwankungen, denen der weibliche Körper ausgesetzt ist, insbesondere durch die monatlichen Zyklen der Periode. So leiden vielen Frauen in den Tagen vor ihrer Periode an Pickeln und Rötungen an Nase, Kinn und Wangen.

3.3 Kategorisierung nach Ursache/ Auslöser

Es gibt vielfältige Faktoren, die zur Entstehung oder Verschlimmerung einer Akne beitragen können. Für die häufigsten Ursachen gibt es sogar spezielle Bezeichnungen. Die bekanntesten bzw. am weitest verbreiteten Akne-Formen nach Ursache/ Auslöser sind die folgenden:

Akne excoriee (Skin-Picking): Die Akne exocriee spielt eine Sonderrolle unter den Akne-Formen. Die Ursache für die Entstehung bzw. Verschlimmerung der Akne ist hierbei nämlich nicht medizinischer Natur, sondern der zwanghafte Drang, an den betroffenen Hautarealen fortlaufend zu Drücken oder zu Kratzen (auch: Skin-Picking). Tendenziell leiden Mädchen/ Frauen häufiger unter dieser Krankheit. Aus diesem Grund lautete die ursprüngliche Bezeichnung auch „Akne excoriee de jeunes filles“, was so viel bedeutet wie „Abschürfungsakne bei jungen Mädchen“.

Das Skin-Picking kann entweder bewusst geschehen, z.B. vor dem Spiegel, oder unterbewusst und beiläufig. Durch dieses Kratzen und Drücken können sich auch leichte Formen von Akne stark verschlimmern. Das Krankheitsbild der Akne excoriee ist nicht nur eine „schlechte Angewohnheit“, sondern gilt als psychische Erkrankung, die oft tieferliegende Ursachen hat, und die professionell behandelt werden sollte, z.B. durch einen Psychotherapeuten. Der Schlüssel zur Heilung liegt in diesem Fall vor allem in der Unterbindung des Skin-Pickings, weniger in der Behandlung der Akne selbst, auch wenn eine parallele Behandlung oftmals sinnvoll sein kann.

Akne venenata/ cosmetica (Kontakt-/ Kosmetik-Akne): Die Akne venenata/ cosmetica ist eine Form der Akne, die als Reaktion der Haut auf bestimmte Substanzen auftritt, die von außen auf diese einwirken.

Von einer Akne venenata (auch: Kontakt-Akne) spricht man, wenn es sich bei den erregenden Substanzen um Umweltgifte wie z.B. Chlor, Öle oder Teere handelt. Da Personen hiermit vor allem im Arbeitsumfeld in Kontakt kommen, wird diese Form der Akne z.T. auch als Berufsakne bezeichnet. Betroffen sind häufig Arbeiter auf Ölfeldern oder in Raffinerien, Straßenarbeiter, Schlosser und Dachdecker, die Kontakt mit Ölen und Teer haben, sowie Mitarbeiter der Elektroindustrie, die ggf. Chlor-Dämpfen ausgesetzt sind.

Die Akne cosmetica (auch: Kosmetik-Akne), wird häufig als eine Unterform der Akne venenata angesehen. Sie tritt auf, wenn die Haut auf Substanzen in bestimmten Kosmetika reagiert. Als Inhaltsstoffe von Kosmetika, die eine Akne hervorrufen können gelten vor allem Öle und Wachse wie sie oft in reichhaltigen (Nacht-)Cremes enthalten sind, sowie bestimmte Duftstoffe, Konservierungsstoffe und Emulgatoren.

Akne aestivalis (Mallorca-Akne): Die Akne aestivalis wird umgangssprachlich auch als Mallorca-Akne bezeichnet, da sie häufig bei Personen auftritt, die in sonnigen Gegenden Urlaub machen. Bei dieser Form der Akne greifen zwei wesentliche Faktoren ineinander, die die Entstehung von Mitessern und Pickeln begünstigen.

Einer dieser Faktoren ist die Einwirkung der Sonne bzw. der UV-Strahlung der Sonne auf die Haut. Ist die Haut nicht an die direkte Sonneneinstrahlung gewohnt, so kann sie umso sensibler reagieren. Ein anderer wesentlicher Einflussfaktor ist die Anwendung von Sonnencreme. Da Sonnencreme häufig einen hohen Fettanteil und andere komedogene Bestandteile enthält, kann sie einen Effekt hervorrufen, welcher der Akne venenata/ cosmetica ähnelt.

Akne aestivalis tritt am häufigsten im Bereich der Schultern, des oberen Rückens und der Brust/ Dekolleté auf. Frauen sind hiervon tendenziell häufiger/ stärker betroffen. Im Gegensatz zu anderen Akne-Formen ist die Mallorca-Akne weniger entzündlich, d.h. es bilden sich z.B. keine Pusteln. Jedoch kann diese zu einem sehr starken Juckreiz führen.

Akne medikamentosa (Medikamenten-Akne): Akne medikamentosa ist eine Form der Akne, die als Reaktion des Körpers auf bestimmte Medikamente auftritt. Die Akne äußert sich vor allem in Form von Pusteln, aber nicht in Form von Komedonen. Stoffe/ Medikamente die zu einer solchen Form der Akne führen können sind vor allem: Cortison-Präparate, Lithium (z.B. enthalten in Antidepressiva), Anti-Epileptika, Hormon-Präparate, Tetracycline, Tuberkulostatika, Tyreostatika sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel (Barbiturate). Zudem kann die Einnahme von Anabolika eine Medikamenten-Akne hervorrufen. Auch eine Überdosierung bestimmter Vitamine (B1, B6, B12, D2), z.B. durch die verstärkte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, kann die Ursache sein.

Obwohl die Einnahme der Antibabypille grundsätzlich ein wirksames Mittel gegen Akne darstellt, so kann sie bei manchen Mädchen/ Frauen auch den entgegengesetzten Effekt haben und ebenfalls eine Medikamenten-Akne auslösen.